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Diakonie: „Niemand darf verloren gehen“ – Armutsfallen für Kinder vermeiden
Utl: Diakonie fordert Hilfen möglichst früh und zügige Umsetzung des Jugendhilfegesetzes
30.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind auf Unterstützung der Jugendwohlfahrt angewiesen. Mehr als 8000 Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren haben keinen Schulabschluss oder Ausbildung. Das ist der sichere Weg in lebenslange Armut.
Die Diakonie startet ihre Plakatkampagne „Hoffungsträger“, um mit Nachdruck auf Jugendarbeitslosigkeit, Schulabbruch und gefährdete Zukunftschancen hinzuweisen. „Niemand darf verloren gehen“, betont Diakonie Direktor Michael Chalupka. „Es geht darum, präventiv und frühzeitig zu helfen. Es geht darum, kleinen Kindern und jungen Leuten, die drohen `verloren´ zu gehen, besondere Unterstützung und die richtige Hilfe zu geben, damit sie eine Zukunft haben. Wichtig ist, schon im Kleinkindalter Hilfen zu geben, aber auch besonders die Schnittstellen zwischen Schule und Ausbildung im Auge zu behalten“, fasst Chalupka die Anliegen der Kampagne zusammen.
Ztl: Bundesweites Jugendhilfegesetz und Investition in präventive Hilfen
Die Diakonie unterstützt mit ihrer Kampagne „Hoffnungsträger“ ein bundesweites Jugendhilfegesetz, das Jugendhilfeleistungen bis zum 21. Lebensjahr gewährleistet, „weil es für alle unklug ist, die Unterstützung für Jugendliche, die es schwer haben, schon mit 18 Jahren auszusetzen,“ betont Diakonie Direktor Chalupka. „Das Jugendhilfegesetz liegt seit Monaten in der Schublade. Es wäre wichtig, dass sich Bund und Länder endlich einigen“, so Chalupka.
„Präventive Hilfen für Hochrisiko-Familien lohnen sich langfristig. Und zwar nicht nur für die betroffenen Kinder, sondern auch für den Staat und die Gesellschaft,“ so Chalupka. Deshalb fordert die Diakonie den Ausbau der sogenannten Frühen Hilfen beginnend rund um die Geburt und in den Baby- und Kleinkindjahren sowie Investition in die Elementarpädagogik und ein zweites Vorschuljahr.
Als Modellprojekte wurden bei einer Pressekonferenz zwei Einrichtungen der Diakonie vorgestellt:
Ztl: Frühe Hilfen für Hochrisikofamilien
Im Pilotprojekt MUM-Talk werden im Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz sogenannte „Hochrisiko-Familien“ betreut. Das sind Familien, in denen sich psychosoziale Belastungsfaktoren häufen. „Sie leben in beengten Wohnverhältnissen, in Armut, haben psychische Probleme oder die Eltern der Kinder leiden an psychischen Erkrankungen. Oftmals sind es auch Elternteile, die selbst schon durch die Jugendwohlfahrt betreut wurden“, erklärt Andrea Boxhofer, Geschäftsführerin des Diakonie Zentrum Spattstraße.
MUM-Talk ermöglicht eine „Begegnung zwischen Kind und Eltern, die erlaubt, dass sich das Kind trotz aller Hindernisse körperlich, seelisch und mental gesund entwickeln kann“, so Boxhofer und sie betont: „Diese Investition in so benachteiligte Kinder ist sehr wichtig. Sie nicht zu fördern, hat wesentlich kostspieligere und fatale Folgen.“
Ztl: Berufsbildung braucht Zeit und genaues Hinschauen
Die inklusive FIT-Schule der Diakonie ist die erste berufsbildende mittlere Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt in Österreich. Dort können Jugendliche und junge Erwachsene nach Pflichtschulabschluss bis 25 Jahre, die aus den verschiedensten Gründen aus dem regulären Schul- bzw. Ausbildungssystem gefallen sind und daher von Ausgrenzung gefährdet sind, in 4 Schuljahren eine gute Lernumgebung, Unterstützung und Sicherheit erfahren.
„Wir können uns– sogar was die Dauer des Schulbesuchs bei uns betrifft - individuell auf die Bedürfnisse unserer Schüler und Schülerinnen einstellen und haben dadurch Zeit, uns die Lernschwierigkeiten und Entwicklungsbeeinträchtigungen genau anzuschauen. So können wir ihnen helfen, dass sie das notwendige Selbstwertgefühl aufbauen. Außerdem können sie ihre Ängste und ihre "Mir-ist-eh-alles-egal"-Einstellung am besten besiegen, wenn sie genug Zeit bekommen“, betont Sandra Schwarzenbacher, Lehrerin der I-FIT-Schule. „In dieser Umgebung kann man schnell erkennen, dass jeder Einzelne in bestimmten Bereichen Ehrgeiz hat und zeigen will, was er oder sie kann.“
Rückfragen:
Roberta Rastl, Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: (+43) 1 409 80 01-14, Mobil: (+43) 664 314 93 95
E-Mail:
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