|
22. Oktober 2010
Manche Wochen bringen gute Neuigkeiten mit sich und manche bringen Herausforderungen, von denen man weiß, dass man sich ihnen in den kommenden Monaten widmen muss. Die Herausforderung besteht darin, dass die Empfehlungen des 9. Europäischen Runden Tischs zur Armut, der diese Woche in Brüssel stattfand, wieder einmal zeigten, wie grundsätzlich notwendig es ist, die Stakeholder in die nationalen Debatten über die Ziele zur Verringerung der Armut und Strategien zur Armutsbekämpfung einzubeziehen. Was bei dem Treffen deutlich wurde, war, dass zu viele Regierungen die NRO und die von Armut betroffenen Menschen nicht an diesen Diskussionen beteiligen und das beschränkt die Wirksamkeit der Arbeit zur Armutsbekämpfung. Das war eine Schlüsselbotschaft der Delegierten im Hinblick auf die Gestaltung der Europäischen Plattform zur Bekämpfung der Armut. Die Delegierten wollen nationale Plattformen oder Mechanismen, bei denen die NRO und andere in die politische Arbeit einbezogen werden sowie eine stärkere Beteiligung der Stakeholder als die derzeit durch die OMK Soziales vorhandene. Wir wissen noch nicht, welche Form die Plattform haben wird, doch wir wissen, dass die Diakonie einen Platz in den Diskussionen haben sollte und wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen.
Doch was sind die guten Neuigkeiten dieser Woche? Ich freue mich außerordentlich, mit Ihnen die Neuigkeit teilen zu können, dass Eurodiaconias Bewerbung um eine PROGRESS-Förderung von 2011 bis 2013 erfolgreich war. Wenn Sie das lesen, werde ich bereits den Vertrag mit der Europäischen Kommission über eine Rahmenpartnerschaft für die nächsten drei Jahre unterzeichnet haben. Wir sind unglaublich glücklich - und dankbar -, dass wir diese Förderung für weitere 3 Jahre erhalten und dass wir auch weiter die Arbeit von Eurodiaconia und unseren Mitglieder entwickeln können. Mit dieser Förderung können wir den in Edinburgh angenommenen Strategieplan vollständig realisieren und wir werden damit hoffentlich auch unser Potenzial als Organisation voll entfalten können.
So gehen wir nun in der Gewissheit einer sicheren Finanzierung für die nächsten 3 Jahre in dieses Wochenende und in der Überzeugung, die Beteiligung unserer Mitglieder an der Arbeit zu Armutsbekämpfung verstärken zu müssen. Irgendetwas sagt mir, dass das eine beim anderen helfen könnte!
Ich wünsche Ihnen ein großartiges Wochenende!
Heather |
15. Oktober 2010
Basisorganisationen im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung mehr Sichtbarkeit und Wirksamkeit zu verleihen, ist das Ziel von batteriet.no, einer Organisation, die zur Osloer Stadtmission gehört, welche über die Kirche von Norwegen auch Mitglied von Eurodiaconia ist. Am Mittwoch dieser Woche hatte ich Gelegenheit, auf einer zweitätigen Norwegenreise auch diese Organisation zu besuchen. Batteriet unterstützt Menschen dabei, für sich selbst einzutreten, und glaubt daran, dass Menschen stärker sind, wenn sie zusammenstehen, und so unterstützt sie sie bei der Gründung ihrer eigenen Selbsthilfeorganisationen. Diese Organisationen berühren eine Vielzahl von Bereichen, in denen es um soziale Rechte geht: Migration, Minderheiten, Armut, Ausgrenzung und Bürgerbeteiligung. Durch die Mittel und Schulungen, die ihnen durch Batteriet zur Verfügung gestellt werden, sind diese Organisationen langfristig zukunftsfähig und können zu wichtigen Gesprächspartnern der Entscheidungsträger in Norwegen werden. Häufig denken wir, dass in Ländern wie Norwegen, mit einer starken Wirtschaft und einem großzügigen Sozialsystem, Armut und Ausgrenzung keine Probleme sind, und doch konnte ich mehr über die immer größer werdenden Unterschiede in der norwegischen Gesellschaft erfahren, über die Ungleichheiten, die daraus entstehen und schließlich zu Ausgrenzung führen. Die Diakonia in ganz Norwegen versucht, diese Ungleichheiten zu bekämpfen, ob es sich dabei nun um die Erbringung von medizinischen Diensten handelt, die andere nicht leisten wollen, darum, für würdige Pflege für ältere Menschen zu sorgen oder in den Innenstädten des Landes mit den Menschen am Rande der Gesellschaft zu arbeiten. Batteriet wird eines der Projekte sein, die beim 9. Europäischen Runden Tisch zur Armut vorgestellt werden, der nächste Woche in Brüssel stattfinden wird. Ebenfalls vorgestellt wird dort das Projekt "Café Empathy" der Slezská Diakonie, das von Menschen mit mentalen Gesundheitsproblemen betrieben wird, die zurück ins Arbeitsleben wollen. Beide Projekte zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der diakonischen Arbeit in Europa und lassen doch erkennen, wie wir durch Dienstleistungen und Unterstützung die Menschen auf unserem Kontinent befähigen.
|
|
8. Oktober 2010
Nach dem Trubel und dem Erfolg der ökumenischen Konferenz zur Armut in der vergangenen Woche lag für uns der Schwerpunkt in dieser Woche darauf, wie wir die neugeknüpften Beziehungen und das an unserem gemeinsam mit Caritas Europa, COMECE und der KKG/KEK verfassten Dokument zur Armut geweckte Interesse weiterverfolgen können. Wir würden gern wissen, wie wir die Empfehlungen in den derzeit fortgesetzten Diskussionen zu Europa-2020 und den Aktionen zur Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise nutzen können. Wir hoffen, dass wir einige der Botschaften beim bevorstehenden 9. Runden Tisch zur Armut nutzen und zur Schlusserklärung zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung auf die eine oder andere Weise beitragen können.
Doch das "Armutsjahr" ist nicht das einzige Jahr an dem wir zur Zeit arbeiten. 2011 wird das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit sein, und Eurodiaconia gehört zu der Allianz der Organisationen, allesamt NRO, die daran arbeiten, für das Jahr zu werben und es zu gestalten, und wir freuen uns außerordentlich, dass Catherine Storry aus dem Sekretariat in dieser Woche in den Leitungsausschuss der Allianz gewählt wurde. Sie ist nun eine von vier Personen, die die Allianz leiten und den Kontakt zur Europäischen Kommission und anderen Partnern pflegen. In den kommenden Wochen werden wir mit den Mitgliedern ein Kick-Off-Meeting abhalten, in dem es darum gehen wird, wie man sich proaktiv an den Aktionen des Jahres 2011 beteiligen kann, und wir werden die Mitglieder über mögliche Aktionen und Maßnahmen informieren, die wir innerhalb der Mitgliedschaft von Eurodiaconia ergreifen können, um die Freiwilligentätigkeit für den sozialen Zusammenhalt zu fördern.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Heather |
|
Verwehrt den Armen nicht die Gerechtigkeit |
|
30 September 2010
“Verwehrt den Armen nicht die Gerechtigkeit”, lautete der Aufruf, den Eurodiaconia, Caritas Europa, KKG/KEK und COMECE am Donnerstag dieser Woche im Europäischen Parlament vorgebracht haben. Unsere ökumenische Konferenz zu Armut und sozialer Ausgrenzung war ein großer Erfolg und brachte die Mitglieder unserer Organisationen, Europaabgeordnete, andere NRO und Vertreter der belgischen Ratspräsidentschaft und der Europäischen Kommission an einen Tisch. Unter der Schirmherrschaft von Jerzy Buzek, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, hatten wir Gelegenheit, unsere gemeinsamen Empfehlungen zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung vorzustellen und ebendie Politik-, Führungs- und Wirtschaftssysteme in Frage zu stellen, die Armut und soziale Ausgrenzung überhaupt erst verursachen. Wir müssen damit fortfahren, alternative Wege des Zusammenlebens mit einem Sinn für Gerechtigkeit und Gleichheit zu fördern. Und so sehr es dabei darum geht, die uns umgebenden Systeme zu verändern, muss doch auch jeder Einzelne von uns seine individuellen und unsere kollektiven Werte überdenken. Wir können die Bedeutung und den Einfluss unserer Werte durch unsere diakonische Arbeit deutlich machen. Catherine aus dem Sekretariat konnte das in dieser Woche in der Praxis erleben, als sie in Serbien die Ecumenical Humanitarian Organisation (EHO) besuchte und sich über ihre Arbeit informierte. Die Organisation erhielt in diesem Jahr für ihre herausragende Arbeit mit Roma den Eurodiaconia Award. Wir sind stolz, dass dieses Projekt, gemeinsam mit den anderen für den Eurodiaconia Award 2010 nominierten Projekten, Teil einer Ausstellung ist, die während der ganzen Woche im Europäischen Parlament zu sehen war und die im Laufe der nächsten zwei Wochen in die Chapelle de La Resurrection in Brüssel und die Büroräume der Social Platform verlegt wird. Die Entscheidungsträger auf unsere Aktionen aufmerksam zu machen und aufgrund dessen, was wir durch unsere Aktionen lernen, Veränderungen zu fordern - das ist es, was mich bei unserer Arbeit inspiriert.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende! Heather |
|